Glyphosat gehört runter vom Acker

Ein starkes Zeichen setzte der heutige Chemnitzer Stadtrat. Nach dem freiwilligen Verzicht auf Glyphosat auf kommunalen Flächen wird der Verzicht auf Herbizide nun auch Bedingung beim Abschluss von Pachtverträgen auf städtischen landwirtschaftlichen Flächen.

171213_feldDie Sorge um die biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft von Chemnitz hat die Fraktionen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD-Fraktion dazu bewegt, ein Szenario für den Glyphosat-Ausstieg auf den kommunalen Landwirtschaftsflächen in Chemnitz zu entwerfen.

Die Pachtpreise für diese Flächen sind konstant sehr gering. Beide Fraktionen werden sich dafür einsetzen, dass das so bleibt – fordern aber von den Landwirten im Gegenzug den Verzicht auf Glyphosat und chemische Herbizide.

„Glyphosat gehört runter vom Acker“, so die beiden Fraktionsspitzen, Thomas Lehmann (Grüne) und Detlef Müller (SPD). „Mit dem Einsatz von Glyphosat wird das Artensterben vorangetrieben. Deshalb hat Glyphosat weder auf dem Acker, noch auf Gehwegen und öffentlichen Plätzen wie Friedhöfen etwas zu suchen – auch nicht auf privaten Böden“, mahnen die beiden Antragsteller weiter.

Die Städträtinnen und Stadträte beider Fraktionen verweisen auf die bereits bestehende Beschlusslage, bei der Glyphosat auf Grund einer freiwilligen Selbstverpflichtung seit November 2015 im Stadtgebiet Chemnitz nicht zum Einsatz kommt. Angesichts des Insektensterbens, das dramatische Folgen auch für die Landwirtschaft, insbesondere die Obstbauern, haben wird, drängt die Zeit.

„Ein Verzicht auf Glyphosat ist möglich“, so die beiden Fraktionsvorsitzenden einstimmig. „Es gibt schon längst Alternativen, auch für die Landwirtschaft. Wir brauchen einen Paradigmenwechsel, deshalb muss eine Strategie zur Pestizidminderung her.“

„Das heutige Bekenntnis des Chemnitzer Stadtrates zu unserem Antrag ist sehr zu begrüßen. Chemnitz hat nun eine Vorreiterrolle bei pestizidfreien Kommunen, da sowohl die innerstädtischen als auch zeitnah die landwirtschaftlichen Flächen frei von Glyphosat sein werden“, lautet das Fazit aus beiden Fraktionen.

Hier geht es zu unserem Antrag.

 

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