Ratsanfrage – Kostenlose Nutzung des Programms Microsoft 365 an Chemnitzer Schulen

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Axel Brückom

Fragesteller:

Axel Brückom

Frage:

Mündliche Frage aus der Stadtratssitzung vom 24.01.2018

Inwieweit ist es an Chemnitzer Schulen in Trägerschaft der Stadt möglich, das kostenlose Programm Microsoft 365 zu nutzen bzw. warum wäre es nicht möglich und welche Voraussetzungen müssten geschaffen werden?

Antwort:

Inwieweit ist es an Chemnitzer Schulen in Trägerschaft der Stadt möglich, das kostenlose Programm Microsoft 365 zu nutzen bzw. warum wäre es nicht möglich und welche Voraussetzungen müssten geschaffen werden?

Eine kostenfreie Nutzung des speziellen Programmpaketes Microsoft Office 365 ist derzeit in Chemnitzer Schulen nicht möglich.

An nahezu allen Schulen ist LibreOffice von der The Document Foundation sowohl als plattformneutrale als auch nicht cloudbasierte Office-Software der Lizenzierung MPL, LGPL v3+ und GPL v3+ installiert. Sie wird von der Mehrheit der Schulen auch verwendet. Diese Software ist Teil der Standardinstallation auf allen PCs.

Die Erfahrungen der Schulen mit dieser tatsächlich kostenlosen Open-Source-Software sind überwiegend positiv. Sie wird lokal auf den Computern im Schulnetz genutzt. Das Betreiben dieser Software ist ohne die für Cloud- und Onlinedienste notwendige Netzinfrastruktur möglich und unabhängig vom Internetzugang. Die geltenden und zukünftig noch strengeren Datenschutzbestimmungen (EU-DSGVO ab 28. Mai 2018) werden dadurch von vorn herein
eingehalten.

Erfordert der Lehrplan explizit Software, die auf das Office Paket der Firma Microsoft zurückgreift, so werden, zumeist in berufsbildenden Schulen, Schullizenzen für Microsoft Office der Standardinstallation eingesetzt. Dies ist darin begründet, dass lehrplanbedingte Anwendungen wie z. B. Autodesk Inventor mit ihren Schnittstellen das internetbasierte Microsoft Office 365 nicht bedienen.

Die Kostenfreiheit von Microsoft Office 365 betrifft alle Schüler, nicht jedoch den Schulträger. Soll die von Microsoft Office 365 verwendete cloudbasierte Datenhaltung aus Datenschutzgründen in Deutschland erfolgen, wird das Angebot von Microsoft kostenpflichtig (vgl. https://products.office.com/de-de/office-365-deutschland/compare-education-plans-pricing).

In der praktischen Umsetzung wäre die Nutzung für den Schulträger als Stadtlizenz, die Verknüpfung mit dem Zentralserver, Wartungs-, Anonymisierungs- und Supportaufwendungen (ggf. durch Drittanbieter) mit sowohl finanziellen als auch zusätzlichen personellen Ressourcen verbunden, was durch die Anwendung des oben genannten LibreOffice entfällt.

Freundliche Grüße
Sven Schulze
Bürgermeister

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